VEREINSCHRONIK

Vereinschronik
2017: 50 Jahre SCIV

Die Schweizerische Carnicaimker-Vereinigung feiert am 19. März 2017 an der Jubiläums-Generalversammlung in Reiden (Lu) ihr 50-jähriges Vereinsbestehen. Der Präsident Jakob Künzle darf anlässlich der 50. SCIV-Generalversammlung 133 Mitglieder und 8 Gäste willkommen heissen. Besondere Willkommensgrüsse entbietet er Manfred Biedermann (Präsident Liechtensteiner Imker), Ernst Halbheer (Ehrenmitglied) sowie René Zumsteg (VDRB).

Mit prikelndem Honigwein zum Jubiläum anstossen
1997: Mehr als 10'000 begattete Carnicaköniginnen

1997 - 30 Jahre nach Gründung der SCIV - übertrifft die Anzahl begatteter Carnicaköniginnen auf unseren Belegstellen erstmals die 10‘000-er Marke.

A-Belegstation S-charl
ab 1995: Zucht- und Analysemethoden im Wandel

Ab 1995 werden die ersten Lehrgänge für das Erlernen der künstlichen Besamung am Institut für Bienenforschung in Dol (Tschechien) organisiert.

Die Flügel werden nicht mehr nur nach der Ruttnerischen Methode Cubitalindex, Filzbindenbreite und Haarlänge bemessen, sondern es werden modernere Systeme eingeführt. Unter anderem trägt Klaus Klebs dazu bei, dass die Diskriminanzanalyse nach Kruber in der Schweiz ihre Verbreitung findet. Microfischengeräte werden angeschafft, mit welchen die mühsam aufgeklebten Flügel mithilfe einer Schablone vermessen werden. Mit dem PC-Programm Pexa lassen sich neu 5 Punkte aus dem grossen Vorderflügel mit einfachem Anklicken per Maus ausmessen. Schliesslich führt die Körstelle in Trimmis unter der Leitung von Ruedi Weber, welcher einige Jahre im Vorstand der SCIV mitgearbeitet hat, die Methode nach Kauhausen Keller mit der dreidimensionalen Diskriminanzanalyse ein. Der letzte Schrei ist gegenwärtig die genetische Analyse mittels PCR-Methode.

Das wichtigste Kriterium für die Selektion zur Zucht ist jedoch noch immer der Imker, welcher an den Bienen arbeitet. Denn das Bauchgefühl kann durch nichts ersetzt werden.

Verschiedene Analysemethoden bei der Rassenbestimmung
1989 - 1995: Harzige Fortschritte in der Zuchtarbeit

Die Zuchtarbeit mit der Carnicabiene in der Schweiz nimmt langsam Fahrt auf. Sie entwickelt sich bis 1995 jedoch nur langsam. Mit dem Einführen des VDRB Zuchtkonzepts 95, welches an der Delegiertenversammlung des VDRB in Disentis angenommen wird, richtet sich die ganze Zuchtarbeit neu aus. Einige der bestehenden Landrassenbelegstellen werden neu auf Carnica gewechselt, da die Rassenzugehörigkeit auf und um die Belegstelle der Carnicabiene entspricht.

Auszug aus dem Jahresbulletin 1985 der SCIV
1980

Die Königinnenzucht verzeichnet 1980 im Vergleich zum Vorjahr einen spürbaren Rückschlag. Die Ursache ist übereinstimmend auf den nasskalten Wetterverlauf der Sommermonate zurückzuführen.

Es werden 3'576 Carnica Königinnen auf 15 Zuchtstationen aufgeführt (Rückgang gegenüber 1979: 713 Königinnen).

Im Vergleich dazu werden im selben Jahr 9'034 Landrassenköniginnen auf 105 Zuchtstationen registriert.

Auszug aus dem Belegstellen-Bericht aus dem Jahr 1980
Auszug aus dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 4. November 1978

Teilnehmer: Distel, Binder, Maag, Suter, Gallmann, ferner Anton Steiner und Alfred Hossle, entschuldigen liess sich Jörimann (damaliger Kassier)

Aus dem Protokoll geht hervor, dass am 25. Juni 1978 in Oftringen eine Magazinimkertagung stattgefunden hat. Dessen Protokoll wird vom Aktuar verlesen und den Vorstandsmitgliedern gutgeheissen.

Als Jahresprogramm wird für 1979 eine Sommerveranstaltung mit einem Besuchsimkertreffen auf dem Randen einschliesslich der Besichtigung der Belegstelle Hasenbuck und wenn möglich einigen Kostproben aus der Züchterpraxis beschlossen. Als Zusatzprogramm wird der Besuch des Kantonalen Schaffhauser Lehrbienenstandes in Neuhausen vereinbart.

1969 - 1985: Referentenliste

Die Rednerliste geladener Gäste für die jährliche Generalversammlung der SCIV liest sich wie ein Who-is-Who herausragender Bienenzüchter, Forscher und Imker.

Referenten an Generalversammlungen der SCIV 1969-1985
1967: Vereinsgründung

Nach 3-jähriger Vorbereitung wird im Februar 1967 im Hotel Rotes Haus in Brugg die Schweizerische Carnicaimker-Vereinigung gegründet. Die Gründungsmitglieder sind:

  • Binder Stephan
  • Distel Hugo
  • Maag Hans
  • Müller Alphons
Einige Urgesteine der SCIV
Entstehungsgeschichte des SCIV

Alphons Müller - er durfte 2008 mit 88 Jahren das 80 jährige Imkerjubiläum feiern - fasste im Jahre 1928 seinen ersten Bienenschwarm. Aus diesem Bienenschwarm konnte er 29 kg Honig ernten und zudem noch einen Brutableger stellen. Danach kaufte er aufgrund eines Inserates in der „Blauen“ eine Königin von einem Herrn Odermatt aus Ennetbürgen im Kanton Nidwalden. Im Jahr darauf erkundigte sich Odermatt über den Erfolg und verriet dabei, dass es sich um die Carnicabiene handle und er darum niemandem was sagen soll.

Von dieser Königin erweiterte Alphons seinen Bestand im Bienenhaus. Hugo Distel (späterer Präsident der neu gegründeten SCIV) hat seine Bienen nach dem Weltkrieg ebenfalls im Bienenhaus von Alphons Müller.

Alphons Müller gab sein Geheimnis der Carnica an Hugo Distel weiter. Anfang 1960 kam dann die Idee auf einen eigenen Carnicaverein zu gründen. Am 13. September 1964 anlässlich der Wander und Delegiertenversammlung in Altdorf hat Alphons Müller das erste Mal Hans Maag gesehen und von diesem Tag an, hatten sie den guten Schreiberling erhalten. Im Februar 1967 wurde im Hotel Rotes Haus in Brugg die Carnica Vereinigung gegründet und im gleichen Jahr hat Alphons Müller ein Inserat für Carnicaköniginnen in der Blauen eingereicht.

Das Inserat wurde zurückgewiesen, den die Bienenzeitung inserierte nur Nigra Königinnen. Darauf hat Alphons die Blaue gekündigt.

Alphons Müller, Gründungsmitglied SCIV - zur Entstehungsgeschichte (man beachte das original Apimondia-Briefpapier

Der Verein

Der Verein Schweizerische Carnicaimker-Vereinigung bezweckt die Haltung und Förderung der Carnica-Bienenzucht.

Kontakt

Andreas Pfister
Via Spinatscha 2
CH - 7188 Sedrun

Tel. +41(0)81 936 30 70
Handy +41(0)79 350 64 84

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